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Victor Horta und Brüssel – der Architekt und seine Stadt

Die wichtigsten Jugendstilbauten von Victor Horta.

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Victor Horta in Brüssel – wie der Architekt des Jugendstils die belgische Hauptstadt geprägt hat

Vom Stadtzentrum über den Square Ambiorix im Osten bis nach Ixelles im Süden … Egal, wohin es einen in Brüssel verschlägt, um die Bauten des berühmten Architekten des Art nouveau, wie der Jugendstil hierzulande heißt, kommt man nicht herum. Folgen Sie den Spuren von Victor Horta und erfreuen Sie sich an den Meisterleistungen seiner Baukunst. 

Von der Liebe eines Architekten zu seiner Wahlheimat

1861 in Gent geboren etablierte sich Victor Horta, nach einem Aufenthalt in Paris, als Architekt in der belgischen Hauptstadt, in der auch seine letzte Ruhe fand.  In Berührung mit dem Jugendstil kam Horta erstmals durch den Besuch einer Kunstausstellung, Anfang der 1890er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er an den Plänen für ein privates Wohnhaus, dem er ausgesprochen innovative dekorative Formen verlieh. 

Stadtrundgang mit Victor Horta

Offene und von natürlichem Licht erhellte Räume, neue Baumaterialien wie Glas und Eisen, Einflüsse aus der Kunst und dem Kunsthandwerk prägten die Bauten, mit denen Victor Horta von privaten und öffentlichen Bauherren beauftragt wurde. Vier seiner architektonischen Meisterwerke gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und befinden sich alle in Brüssel. Für eine Architekturführung durch die belgische Hauptstadt also ideal! 

Starten Sie am besten in Ixelles, einem Stadtviertel im Süden von Brüssel, in dem gleich drei seiner berühmtesten Bauten liegen. Das erste Gebäude, das Horta in Brüssel bauen durfte, ist das Hôtel Tassel in der rue Paul-Emile Janson: Kein Hotel im buchstäblichen Sinne, sondern ein elegantes Stadthaus, das er zwischen 1892 und 1893 für Professor Emile Tassel entwarf. Mit seinen filigranen Eisenpfeilern für die hohen Bogenfenster, dem vielen Glas für die Fassade und dem auffälligen Naturstein gilt das Anwesen der Familie Tassel heute als erstes Gebäude im reinen Art-nouveau-Stil. 

Nur fünf Minuten Fußweg entfernt, in der Avenue Louise, liegt das Hôtel Solvay, das Victor Horta für die gleichnamige Industriellenfamilie zeichnete und zur Jahrhundertwende fertigstellt. Horta verwendete kostbare Materialien wie tropische Hölzer, Marmore und Onyx. Heute ist das Hôtel Solvay in Privatbesitz und nur nach Vereinbarung und unter strikten Bedingungen zu besichtigen. Aber auch für den bloßen Anblick der Fassade lohnt sich der Umweg. Kleine Details, wie die liebevoll gestaltete Türklingel, lassen erahnen, dass hinter dieser luxuriösen Residenz ein Gesamtkunstwerk steckt. 

Bei Horta zu Hause

Ist Ihr Interesse für den Architekturstil der vorigen Jahrhundertwende geweckt, sollten Sie einen Abstecher zum Privathaus nebst Architektenbüro von Victor Horta in der Rue Americaine (nur zehn Minuten entfernt) machen. Es ist eines der wenigen Horta-Häuser in Brüssel, das man besuchen darf. Zugleich ist es das Victor-Horta-Museum. Die Einrichtung ist weitgehend erhalten geblieben: Mosaike, Buntglasarbeiten und Wanddekorationen sind wunderschöne Beispiele seines Könnens. 

Geöffnet ist das Museum an Nachmittagen von dienstags bis freitags und am Wochenende von morgens bis nachmittags. Beachten Sie allerdings, dass Führungen eine Woche im Voraus gebucht werden müssen! Victor Horta ist in Brüssel so präsent, dass man ihm selbst an unerwarteten Orten begegnen kann: Beispielsweise im belgischen Comiczentrum in der Rue des Sables, ursprünglich  ein Gebäude im Art-nouveau-Stil, das Horta für einen Textilgroßhändler konzipierte. 

Für seine Verdienste an der Architektur wurde Horta 1932 von König Albert I. in den Adelsstand erhoben. Baron Victor Horta verstarb im Alter von 86 Jahren und wurde auf dem Friedhof von Ixelles bestattet, welcher nicht selten als das belgische Gegenstück zum Pariser Friedhof Père Lachaise gilt.

Bruxelles Maison Horta Copyright ERIC DANHIER